G’schichtle 17: Als in Rastatt Steine zu Brot wurden

G’schichtle 17: Als in Rastatt Steine zu Brot wurden Foto: Staatliche Schlösser und Gärten, Julia Haseloff

G’schichtle 17: Als in Rastatt Steine zu Brot wurden

Haben Sie sich die Fassade von Schloss Favorite mal von ganz, ganz nahe angeschaut? Sollten Sie! Sehen Sie jetzt die Kieselsteine? Hunderte, Tausende, Zehntausende vielleicht, die ganze Fassade voll. Wie die während des Baus zu Beginn des 18. Jahrhunderts dahingekommen sind?  Dazu gibt es natürlich auch eine Geschichte.

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So soll Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden während des Baus von Schloss Favorite arme Kinder gebeten haben, in Bächen und im Flussbett der Murg Kiesel zu sammeln. Jedes Körbchen bezahlte sie mit einigen Kreuzern und einem Stück Brot. Ganz den Worten der Bibel entsprechend, machte sie so „Steine zu Brot“ und ließ die Kiesel anschließend an der Fassade anbringen.
Ob die Geschichte stimmt lassen wir mal dahingestellt. Wer auch immer die Steine aus den Flüssen der Region zusammengetragen hat – die Idee, sie als Schmuck zu verwenden, war ungewöhnlich, aber nicht ganz neu. Kieselbewurf benutzte man im Barock häufig – aber üblicherweise für künstliche Grotten in Gärten oder Gartensälen.
Wenn Sie am Schloss sind, sollten Sie natürlich nicht nur die Fassade anaschauen, sondern unbedingt auch reingehen. Dieses Schloss ist nämlich wirklich Klasse. Das Innere ist in der verschwenderischen Pracht des Barock ausgestattet. Besonders wertvoll sind die Sammlungen von chinesischem und europäischem Porzellan, von Ton- und Steingutgeschirr sowie eine bedeutende Kollektion böhmischer Gläser und Straßburger Fayencen. Das Schloss steht inmitten einer herrlichen gestalteten Parkanlage mit See. Das idyllisch gelegene Ausflugsziel wurde 2009 zu der drittschönsten Parkanlage Deutschlands gekürt.
Tolle Informationen über das Schloss gibt es auf den wirklich klasse gemachten Seiten von www.schloesser-und-gaerten.de Dort wird auch die Geschichte erzählt, die wir Ihnen hier vorgestellt haben.

 

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