G’schichtle 14: Freiburgs Erpel und die Bombennacht

Kleines Tier mit großer Geschichte: Diese Plastik erinnert an den Erpel, der durch sein Verhalten in der Bombennacht Menschenleben gerettet haben soll. Kleines Tier mit großer Geschichte: Diese Plastik erinnert an den Erpel, der durch sein Verhalten in der Bombennacht Menschenleben gerettet haben soll. Foto: privat

G’schichtle 14: Freiburgs Erpel und die Bombennacht

Der Erpel sitzt im Teich des Freiburger Stadtgarten, reckt den Hals und schnattert was das Zeug hergibt. Doch was hat es mit dieser Plastik auf sich? Nun, sie hat etwas mit dem wohl schlimmsten Tag in der Geschichte Freiburgs zu tun, als am 27. November 1944, als vor 73 Jahren, bei den Bombenangriffen der British Royal Air Force nahezu 3000 Menschen ums Leben kamen. Tausende wurden verletzt.
Ein Erpel soll es damals gewesen, der etwa fünf Minuten vor Beginn des Bombardements kurz vor abends acht Uhr so angsterfüllt geschnattert haben soll, dass Anwohner des Stadtgartens zur Auffassung kamen, dass da etwas nicht stimmen kann. Sie flüchteten in den Luftschutzbunker des Schlossbergs und überlebten so die verheerenden Bombenangriffe.
Ob die Geschichte so stimmt, weiß natürlich niemand so genau. Vielleicht ist die Geschichte mit dem Erpel auch nur eine Ente. Auf jeden Fall machte sie schon kurz nach dem Angriff in Freiburg die Runde und führte schließlich dazu, dass der zweite Nachkriegsbürgermeister der Stadt, Wolfgang Hoffmann, die Erpelplastik in Auftrag gab und so dem Tierchen ein Denkmal gesetzt wurde. Geschaffen wurde es von dem Künstler Richard Bampi.
Bei dem Angriff warfen 351 Flugzeuge in nur 20 Minuten rund 14 000 Bomben auf die Stadt ab, die in weiten Teilen zerstört wurden. Besonders im Bereich des Stadtgartens und des Münsters stand fast kein Stein mehr auf dem anderen. Freiburgs berühmtestes Gebäude, das Münster, überlebte den Angriff wie ein Wunder nahezu unbeschadet, während alles drum herum alles in Trümmern lag.

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