G’schichtle 108: Balzer Herrgott: Wo Christus aus der Buche schaut

Eines der außergewöhnlichsten Ausflugsziele im Schwarzwald: der in eine Buche eingewachsene Balzer Herrgott. Eines der außergewöhnlichsten Ausflugsziele im Schwarzwald: der in eine Buche eingewachsene Balzer Herrgott. Foto: Günther Baumann

G’schichtle 108: Balzer Herrgott: Wo Christus aus der Buche schaut

Es ist ganz sicher eines der außergewöhnlichsten Ausflugsziele im Schwarzwald und für nicht wenige bis heute eine Pilgerstätte. Die Rede ist vom Balzer Herrgott. 

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Außergewöhnliches Ausflugsziel im Schwarzwald

Dabei handelt es sich um eine in eine rund 300 Jahre alte Buche eingewachsene steinerne Christusfigur, der Jahr für Jahr Tausende einen Besuch abstatten. Und die wenigsten gehen wieder, ohne den Herrgott abgelichtet zu haben.

Natürlich fragt sich jeder, wie die Figur, der Arme und Beine fehlen, denn in den Baum kam. Ziemlich sicher ist, dass sie zwischen 1870 und 1880 an dem Baum befestigt worden ist. Woher sie stammt, weiß so recht niemand, was natürlich jede Menge Spekulationen und Sagen zur Folge hat. Haben die Figur tatsächlich, wie manche glauben, französische Hugenotten bei ihrer Flucht aus Frankreich hier abgelegt. Oder waren es vielleicht Royalisten aus dem gleichen Land, die vor der französischen Revolution türmten? Oder stammt sie vielleicht doch aus der Region?

Figur gibt Rätsel auf

Am Verbreitesten ist die Version, nach der die Figur Teil des Hofkreuzes des Königenhofs im nahe gelegenen Wagnertal war. Als der 1844 durch eine verheerende Schneelawine vollständig zerstört wurde, sollen dabei Arme und Beine der Figur abgebrochen sein. Der Überlieferung waren es junge Burschen, die den Torso heimlich in den Wald zum heutigen Ort  trugen, wo er zunächst eine Zeit lang in der Nähe der noch jungen Buche auf dem Waldboden lag. Um die Jahrhundertwende sollen ihn dann zwei Gütenbacher Uhrmachergesellen an dem Baum befestigt haben. Ob das stimmt? So ganz genau werden wir das wohl nie erfahren.

Es ist nicht das einzige Rätsel, das es um die Figur gibt. Unklar ist auch, woher íhr Name der Figur kommt. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass es sich um den Namen des Bauern handelt, von dessen Hof angeblich das Kreuz stammt (Balzer = Balthasar). Andere glauben, dass der Name daran erinnert, dass der Ort, an dem die Buche steht, früher ein Balzplatz für Auerhähne war.

Top Fotomotiv im Schwarzwald

Wie immer auch: Jahr für Jahr schauen Tausende beim Balzer Herrgott vorbei, der ganz sicher mit zu den meist fotografierten Objekten im gesamten Schwarzwald gehört. Immer wieder mal muss der Mensch mit sorgfältigen Restaurierungsarbeiten nachhelfen, damit die berühmte Figur nicht gänzlich in dem Baum verschwindet.

Wandertipp: „Fallerhof“, Balzer Herrgott und Hexenlochmühle

Klar, dass sich der Besuch des Balzer Herrgott mit einer herrlichen, Rundwanderung verknüpfen lässt. Zum Beispiel mit der Balzer Herrgottsrunde, die auf knapp 17 Kilometer nicht nur an dem Herrgott vorbeiführt, sondern auch einen Blick auf den „Unterfallengrundhofhof“, der als „Fallerhof“ der gleichnamigen Fernsehserie bekannt ist, sondern auch an einer der berühmtesten und wohl meist fotografierten Mühle des Schwarzwalds, der Hexenlochmühle. Ausgangspunkt der Wanderung ist in Gütenbach (Schwarzwald-Baar-Kreis) beim Felsenkeller. Die Tour ist als Paradiestour ausgeschildert. Im Internet finden Sie die Tour unter www.rad-und-wanderparadies.de/images/media/wandertouren-band-1.pdf

Wer keine Lust oder Zeit zum Wandern hat, fährt von Furtwangen-Neukirch auf einem Sträßchen zur Hexenlochmühle hinunter. Von dort ist es nur ein kleiner Spaziergang bis zur der berühmten Christusfigur.

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