G’schichtle 104: Ritter Kuno von Falkenstein: Wie die Liebe den Teufel besiegte

Zweimal Kuno in Kirchzarten: Links die Grabplatte in der Kirchzartener Kirche und rechts an der Hausecke des Hotels Fortuna. Dort liegt auch der legendäre Teufelsstein. Zweimal Kuno in Kirchzarten: Links die Grabplatte in der Kirchzartener Kirche und rechts an der Hausecke des Hotels Fortuna. Dort liegt auch der legendäre Teufelsstein. Foto: Von user:joergens.mi - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16957131

G’schichtle 104: Ritter Kuno von Falkenstein: Wie die Liebe den Teufel besiegte

Über Jahrhunderte hieß das Höllental im Schwarzwald Falkensteiner Tal, war also nach dem Geschlecht benannt, das auch der Burg den Namen gab: den Falkensteinern. Sie waren ursprünglich treue Gefolgsleute der Zähringer. Von der Burg ist heute leider nicht mehr viel zu sehen. Die Freiburger zerstörten sie, nachdem aus den einst treuen Falkensteiner Gefolgsleuten Raubritter geworden waren.

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Einer der bekanntesten Sagen im Schwarzwald

Dass das Herrschergeschlecht der Falkensteiner in der Region dennoch bis heute unvergessen ist, hat es vor allem einem zu verdanken: Kuno von Falkenstein. Sein Grabmal in der St. Gallus-Kirche in Kirchzarten und vor allem die Sage, die mit ihm verbunden ist, machen ihn unvergesslich. Letztere gehört zu den bekanntesten Sagen im Schwarzwald, zumal der Pakt mit dem Teufel doch noch ein gutes Ende für unseren tapferen Ritter Kuno nimmt.

Zu Beginn des 14. Jahrhundert folgte Kuno dem Aufruf des Heiligen Bernhard von Clairvaux und machte sich auf zum Kreuzzug ins Heilige Land. Beim Abschied bat er seine geliebte Frau Ida unter Tränen, ihm sieben Jahre die Treue zu halten. Sollte er bis dann nicht wieder zurückgekehrt sein, solle sie ihn als tot betrachten. Zum Zeichen der gegenseitigen Treue zerbrach er seinen Ehering und gab Ida eine Hälfte.

Diesen Stein schleuderte der Teufel auf Kuno. Zum Glück verfehlte er sein Ziel. Stattdessen landete er am Hauseck des Wirtshauses „Zum Rindsfuß“, dem heutigen „Hotel Fortuna“. Dort können wir den Teufelsstein bis heute bewundern

 

Kuno geriet bei seinem Kreuzzug in türkische Gefangenschaft, und unter der Knechtschaft eines Sultans vergingen viele Jahre. Schließlich konnte er fliehen. Eines Nachts während der Flucht sah er im Traum seine Frau Ida, die von einem anderen Mann zum Altar geführt wurde. Der Teufel hatte ihm diesen Traum geschickt und schlug Kuno vor, ihn in Gestalt eines Löwen noch rechtzeitig in die Heimat tragen, bevor seine Frau erneut vermählt werden würde. Allerdings müsse Kuno auf dieser Reise wach bleiben, schlafe er ein, sei er ihm, dem Teufel, zu eigen.

Kuno willigte ein, doch unterwegs befiel den Ritter eine lähmende Müdigkeit. Da stürzte ein großer Falke aus den Wolken herab, setzte sich auf Kunos Kopf und verscheuchte mit seinen Flügeln und dem Schnabel den Schlaf. Beim ersten Hahnenschrei setzte der Teufel Kuno beim Wirtshaus „Zum Rindsfuß“, dem heutigen „Hotel Fortuna“, in Kirchzarten ab. Als er sah, dass der Ritter wach war, ergriff er rasend vor Wut einen Stein, um ihn zu erschlagen. Doch der schlug krachend in eine Ecke des Wirtshauses und der Teufel war um seine Beute gebracht.

In der Morgenfrühe kam der Hochzeitszug mit Ida und ihrem künftigen Ehemann, Johann von Snewlin, auf dem Weg zur St. Gallus Kirche in Kirchzarten vorbei, wo ein Willkommenstrunk gereicht wurde. Kuno trat verhüllt an das Brautpaar heran und bat um einen kleinen Schluck. Ida reichte ihm den Kelch, Kuno trank daraus und ließ dann seine Ringhälfte hineingleiten. Ida bemerkte das, warf ihre Hälfte hinzu, und beide Teile schlossen sich zu einem Ring, als wären sie nie getrennt gewesen. „Dies ist mein geliebter Gatte Kuno“, wandte sich Ida an Johann. „Ich hielt ihm sieben Jahre die Treue und Gott hat ihn mir in seiner Güte zurückgegeben.“ Sie führte Kuno zur Kirche zur neuen Besiegelung ihres Bundes.

Wer sich jetzt die eindrucksvolle Grabplatte Kunos in der Kirchzartener Kirche anschaut, der weiß nun, warum der Ritter dort mit einem Falken über dem Kopf und einem Löwen zu Füßen abgebildet ist. Und kommen Sie uns jetzt ja nicht auf die Idee, uns diese Geschichte von Kuno nicht zu glauben. Gehen Sie einfach zum „Hotel Falkenstein“ in Kirchzarten. Dort finden Sie an einer Ecke nicht nur ein Relief von Kuno, in dem er ebenfalls mit Falke und Löwe dargestellt ist, sondern Sie sehen dort auch tatsächlich den Teufelsstein, den Stein also, den der Teufel einst auf Kuno geschleudert hat, ihn aber zum Glück verfehlte. Und dann wird auch noch gleich erzählt, was sich hier abgespielt hat.

Herr Kuno Ritter von Falkenstein

Entging hier knapp dem Teufelsstein

Er hat den bösen Feind besiegt

Sein Stein hier an der Ecke liegt

 

 

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