G’schicht’le 13: Ein See und seine Geheimnisse

Ein nur unregelmäßiger Gast – der Eichener See, der bis zu drei Meter tief wird. Einige haben seine „Gastspiele“ schon mit dem Leben bezahlt Ein nur unregelmäßiger Gast – der Eichener See, der bis zu drei Meter tief wird. Einige haben seine „Gastspiele“ schon mit dem Leben bezahlt Foto: Von Michael Trefzer - http://www.schopfheim-web.de/fotoalbum.htm, Copyrighted free use, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=454528

G’schicht’le 13: Ein See und seine Geheimnisse

Titisee? Klar, den kennen Sie! Den Schluchsee? Natürlich, den auch! Und für den Mummel- und Feldsee gilt das ganz bestimmt ebenso! Doch haben Sie schon mal was vom Eichener See gehört? Nein? Wo der ist? Kommen Sie mit, wir bringen Sie hin.

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Unser See, den die Einheimischen nur den „Eiemer See“ nennen, liegt zwischen Schopfheim und Wehr, unweit von Hasel auf der Eichener Höhe. Allerdings, wir sagen es Ihnen gleich: Garantieren, dass Sie ihn sehen können wir nicht. Es ist nämlich ein ganz besonderer See. Einer, der mal kommt, mal geht.
Er liegt in einer Doline und tritt nur bei langen Regenzeiten oder bei der Schneeschmelze ans Tageslicht, weil dann das Grundwasser im Muschelkalk in etwa 40 Meter Tiefe Grundwasser Hochwasser führt, das so schnell nicht abfließen kann. Folge: Es drückt an die Oberfläche. Bis zu drei Meter tief kann der See dann tief werden und bis zu zweieinhalb Hektar Land unter Wasser setzen. Er erscheint in unvorhersehbaren Zeitabständen und ist dann auch immer gleich ein beliebtes Ausflugsziel. Bis zu einem halben Jahr ist er manchmal da.
In den alten Chroniken gibt es geheimnisvolle Geschichten um den Eichener See. So sorgte er bereits im Jahre 1772 für Aufsehen, als in fünf Männer mit ihrem Ruderboot kenterten und ertranken. Im Jahre 1876 forderte der See sein nächstes Opfer und 1910 ertranken weitere drei Personen.
Ja und da gibt es dort noch etwas: den Tanymastix lacunae Dieses Tier ist einzigartig in Europa und gibt es heute nur noch hier Es ist etwa zwei Zentimeter lang und von weißlicher Farbe und wurde hier 1911 von zwei Schweizer Zoologen entdeckt. Die Möglichkeit im Eichener See zu überleben, verdankt der Tanymastix dem Besitz von Dauereiern. Sie ertragen nicht nur eine weitgehende Austrocknung, sondern können sich ohne vorherige Trockenperiode erst gar nicht entwickeln. Ein Weibchen kann bis zu 17.000 Eiern legen. Nicht zuletzt wegen dieses Tiers steht der Eichener See unter Naturschutz.
Ach so, bevor Sie hinfahren, sollten Sie sich vielleicht doch besser erkundigen, ob er gerade da ist. Infos unter: www.schopfheim.de

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