G’schichtle 29: Faust - seine letzte Stunde schlug in Zimmer 5

G’schichtle 29: Faust - seine letzte Stunde schlug in Zimmer 5

G’schichtle 29: Faust - seine letzte Stunde schlug in Zimmer 5

Es ist fast ein halbes Jahrtausend her, als in Staufen im Schwarzwald ein ganz besonderer Mann lebte. Sein Name: Johann Georg Faust. Ja, wir reden von dem Faust, der Goethe als einer der berühmtesten Gestalten in die Weltliteratur einging.

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Es gibt bis heute in Deutschland wohl keinen Schüler, dem Goethes „Faust“ in seiner Schulzeit nicht begegnet wäre. Es ist der Mann, der als Inbegriff des nach letzter Erkenntnis strebenden Menschen gilt und der dabei selbst von einem Pakt mit dem Teufel nicht zurückschreckte. Zumindest in Goethes Werk nicht.
 
Faust – schon zu Lebzeiten war er bei seinen Zeitgenossen ein Begriff. Wahrsager, Wunderheiler, Magier, Astrologe, Alchemist und manches mehr. Viele schworen auf ihn, andere sahen in ihm einen Betrüger und Scharlatan. Schon zu Lebzeiten war er zu einer Legende geworden, die nach seinem Tod über Jahrhunderte weitererzählt wurde und Goethes letztlich als Vorlage für das Meisterwerk der deutschen Literatur diente.

Johann Wolfgang von Goethe, Ölgemälde von Joseph Karl Stieler, 1828Johann Wolfgang von Goethe, Ölgemälde von Joseph Karl Stieler, 1828

Dass Faust einst tatsächlich in Staufen zugange war, geht aus der Zimmern‘sche Chronik hervor, einer adligen Hauschronik des 16. Jahrhunderts, die als eine besonders glaubwürdige Quelle gilt. Danach soll der hochverschuldete Burgherr Anton von Staufen Faust ins Städtle geholt haben, um Gold für ihn herzustellen. Im Gasthaus zum Löwen zog er in Zimmer fünf ein, packte seine Reagenzgläser aus und begann mit der Arbeit. Bei einer dieser Versuche kam es zu einer Explosion die Faust nicht überlebte. Gar fürchterlich soll er dabei zugerichtet worden sein und ein mächtiger Schwefelgeruch durch den Ort gezogen sein.
 
Schon bald machte die Geschichte über einen Pakt mit dem Teufel die Runde. Er persönlich soll sich damals den Faust geholt und ihm das Genick gebrochen und seine arme Seele der ewigen Verdammnis überantwortet. haben. Ob es tatsächlich so war? Wer weiß. Auf jeden Fall war es der Beginn des Mythos Faust. Und so ganz ausgeschlossen, dass der Teufel da tatsächlich seine Hände mit im Spiel hatte, ist die Sache dann doch nicht. Wer Mut hat, braucht sich nur mal die Treppe des Staufener Rathausturmes genauer anzuschauen: Und dort sehen Sie ihn dann tatsächlich – den Fußabdruck, den der Teufel persönlich damals im Städtle hinterlassen hat.
 
Das Gasthaus Löwen, in dem Faust einst ums Leben kam, gibt es übrigens noch. Selbst das berühmte Zimmer Nr. 5, in dem einst seine letzte Stunde schlug, existiert noch. Nicht nur das: Sie können sogar in Fausts Sterbezimmer übernachten. Wem das ein bisschen zu makaber ist: Es gibt auch noch andere Zimmer. Zumindest Speis und Trank in der Fauststube des Hauses sollten Sie sich gönnen. An der Fassade des Löwen
steht übrigens geschrieben, was sich damals im Jahre 1539 abspielte
 
Doch nicht nur im Adler, sondern auch darüber hinaus finden sich in der Fauststadt noch manch andere Spur des Dr. Faust. Unser Tipp: Lassen Sie sich vom Teufel persönlich durchs Städtle führen. Bei der Touristinformation können Sie sich mit ihm verabreden...
 
 

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