G’schichtle 40: C. F. Meerwein – Flugpionier aus Emmendingen

G’schichtle 40: C. F. Meerwein – Flugpionier aus Emmendingen Foto: Gemeinfrei

G’schichtle 40: C. F. Meerwein – Flugpionier aus Emmendingen

Der Schneider von Ulm hat’s Fliegen probiert ... Gemeinhin gilt der Adolf Berblinger aus Ulm als einer der deutschen Flugpioniere. Doch da gibt es einen, der eben noch früher dran war. Einer aus der heutigen Ferienregion Schwarzwald, aus dem Breisgau, aus Emmendingen genauer gesagt: der Markgräflich badische Landbaumeister Carl Friedrich' Meerwein.

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Der Emmendinger hob nämlich schon 1781 – manche Quellen sagen 1784 - vom Boden ab, zu einem Zeitpunkt also, als Berblinger gerade einmal elf bzw. Jahre alt war, wobei es auch manche gibt, die behaupten Meerwein sei gar nie geflogen.

Was die beiden der Überlieferung eint, ist der jeweils unglückliche Ausgang ihrer Flugversuche. Während Meerwein bei seinem Flugversuch von der Burg in Emmendingen der Überlieferung nach vor den Augen vieler Emmendinger im Hofe des jetzigen Gasthofs „Zum Engel“ auf einem Misthaufen landete und dort zunächst malbewusstlos liegen blieb, endete der Flugversuch von Berblinger in Ulm vor Tausenden von Zuschauern und den Augen des württembergischen Herzogs in der Donau, wobei dort dann sehr schnell klar war, wer daran schuld war: der Teufel, der ihn in die Donau geführt hat. Dabei waren es die Thermik und die ungünstigen Windverhältnisse, die Berblinger damals scheitern ließen.

Von der Flugmaschine“, mit der Meerwein einst abgehoben sein soll, gibt es heute noch Zeichnungen. Das Fluggerät selbst soll – welch eine Tragik über 100 Jahre in einem Speicher in Emmendingen gelegen haben und von einem Enkel des Flugpioniers Ende des 19. Jahrhunderts bei Aufräumarbeiten entsorgt worden sein.

Bei der Konstruktion seinen Flugapparates hatte sich Meerwein von den Vögeln inspirieren lassen. Der von ihm so berechnete Flugapparat, von ihm Ornithopter getauft, durfte ein maximales Gesamtgewicht von ca. 100 kg aufweisen. Dies bei einer Flügelfläche von 126 Quadratschuh, was etwa zwölf Quadratmetern entspricht.  Wie bei den Vögeln waren die Flügel beweglich. Muss ganz schön kraftraubend gewesen sein, diese Geschichte.

Heute gelten sowohl Meerwein als auch Berblinger als echte Flugpioniere, Helden ihrer Zeit, die versuchten den Traum der Menschen vom Fliegen zu realisieren. Der Name Meerweins findet sich sogar im bedeutenden bedeutende „The Acronautical Journal“, in dem alle Flugversuche der Menschheit verzeichnet sind und auch in der angesehenen „Encyclopaedia Britannica“ ist von einem sogar erfolgreichen Flugversuch 1781 mit seinem 'Ornithopter' die Re3de.. Dies wäre dann der der erste Flug mit Muskelkraft in der Geschichte der Menschheit gewesen. Nach seinem Flugversuch arbeitete er wieder als Landbaumeister. Gestorben ist er 1810. Nicht an den Folgen eines Sturzes vom Himmel, sondern von einem Pferd.

In Emmendingen erinnert heute noch so manches an den Flugpionier. So finden wir dort beispielsweise eine nach ihm benannte Straße, eine Schule, die seinen Namen trägt und im Herzen der Stadt auf dem Marktplatz den Meerwein-Brunnen. Wenn Sie die berufliche Tätigkeit von Meerwein interessiert, dann sollten sie sich die evangelische Kirche und das Rathaus in Opfingen anschauen. Die hat nämlich beide Meerwein geplant.

 

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